Degausser oder Destroyer: Welche Methode passt zu welchem Datenträger?

Ein Degausser löscht magnetische Datenträger, ein Destroyer verformt sie. Welche Methode zu Festplatten, Bändern und SSDs passt und warum Festplatten oft beides brauchen.

Wer Festplatten, Bänder oder SSDs ausmustert, steht schnell vor der Frage: Brauchen wir für die Festplattenvernichtung einen Degausser oder einen Destroyer? Beide Maschinen werden oft in einem Atemzug genannt, aber sie leisten Unterschiedliches. Ein Degausser löscht Daten mit einem Magnetfeld. Ein Destroyer verformt den Datenträger physisch. Welche Maschine Sie brauchen, hängt vor allem von der Art des Datenträgers ab.

Was ein Degausser leistet

Ein Degausser löscht Festplatten und Bänder mit einem starken Magnetfeld. Danach sind die Daten nicht mehr lesbar. Auch die Festplatte funktioniert nicht mehr, weil das Entmagnetisieren auch die Servo-Informationen löscht, die die Festplatte für den Betrieb braucht. Die Festplatte ist nicht wiederverwendbar; sie ist danach Abfall.

In der Terminologie von NIST SP 800-88 ist das Entmagnetisieren magnetischer Datenträger mit einem geeigneten Degausser eine Purge-Technik: Sie schützt vor einer Wiederherstellung im Labor, während die Datenträger physisch intakt bleiben. Der Garner TS-1XTE zum Beispiel löscht eine Festplatte oder ein Band mit einem Impuls von 2,0 T in 15 s und protokolliert jeden Zyklus mit der mitgelieferten Software SCAN-1X.

Eine Grenze ist grundsätzlich: Entmagnetisieren wirkt nicht auf SSDs und Flash-Speicher. Sie speichern Daten nicht magnetisch.

Was ein Destroyer leistet

Ein Destroyer macht eine Festplatte physisch unbrauchbar. Der Garner PD-5E presst eine Festplatte in weniger als 20 s mit mehr als 10 Tonnen Kraft zusammen: Die Scheiben verbiegen sich, das Gehäuse bricht und die Leiterplatte zerbricht. Eine verbogene Scheibe kann sich nicht mehr drehen und nicht mehr in ein Laborlesegerät eingesetzt werden.

Das ist ein sichtbarer Nachweis, dass eine Festplatte außer Betrieb ist. Eine verbogene Festplatte, die nicht entmagnetisiert wurde, trägt aber noch Daten auf der Oberfläche der Scheibe. Für Festplatten reicht ein Destroyer allein daher nicht aus.

Mit dem Einsatz SSD-1E verarbeitet der PD-5E auch Solid-State-Datenträger: 90 Dorne durchstoßen die Speicherchips von SSDs, USB-Sticks, Telefonen und SSHD-Controllerplatinen.

Welche Methode für welchen Datenträger?

Festplatten (HDD). Erst entmagnetisieren, dann verformen. Garner empfiehlt diese Reihenfolge. Das Entmagnetisieren entfernt die Daten; das Verformen macht die Festplatte sichtbar und physisch unbrauchbar.

Datenbänder. Ein Degausser löscht Bänder wie LTO, DLT und AIT. Ein Destroyer ist für Magnetbänder nicht vorgesehen.

SSDs und Flash-Datenträger. Entmagnetisieren wirkt nicht. Physische Vernichtung schon: mit dem Einsatz SSD-1E im PD-5E oder mit einem Shredder wie dem FLASHPRO-E, der Datenträger in Partikel von 4 × 15 mm schneidet. Manche Normen schreiben für Solid-State-Datenträger eine Partikelgröße vor; dann ist ein Shredder der Weg.

Gemischte Bestände. Viele Organisationen mustern Festplatten und SSDs gemeinsam aus. Dann brauchen Sie zwei Methoden nebeneinander, am besten mit einem gemeinsamen Nachweis für beide.

Wenn die Norm die Reihenfolge vorschreibt

Bei Verschlusssachen ist die Reihenfolge keine Wahl. Nach dem NSA/CSS Policy Manual 9-12 wird eine herkömmliche magnetische Festplatte mit einem Degausser entmagnetisiert, der auf der NSA/CSS Evaluated Products List (EPL) gelistet ist, und danach verformt, zum Beispiel mit einem auf der EPL gelisteten Deformer. Ein Deformer allein bereinigt eine Festplatte nicht.

Von den Garner-Maschinen ist die TS-1XT Series (geliefert als TS-1XTE) auf der NSA/CSS EPL für magnetische Degausser gelistet und der PD-5 (geliefert als PD-5E) auf der Liste für Festplatten-Deformer (Ausgabe Oktober 2026). Zusammen decken sie den Weg „erst entmagnetisieren, dann verformen“ ab. Für SSDs verlangt die NSA eine Desintegration auf höchstens 2 mm mit einem Gerät von der Solid-State-Liste.

Außerhalb des Verschlusssachenbereichs arbeiten viele Organisationen mit NIST SP 800-88 Rev. 2 oder ISO/IEC 21964 (vormals DIN 66399). Welche Methode passt, hängt von den Datenträgern, der Sensibilität der Daten und dem weiteren Verbleib der Datenträger ab.

Beides in einem Set

Weil Festplatten oft beide Schritte brauchen, bietet Garner Degauss-and-Destroy-Pakete an, die einen Degausser mit dem PD-5E kombinieren, mit oder ohne Einsatz SSD-1E. Der Enclosed Destruction Cart bringt beide Maschinen auf einem fahrbaren Wagen unter.

Dokumentieren, was Sie vernichten

Löschen und Vernichten ist die eine Hälfte; der Nachweis die andere. NIST verlangt auch, das Ergebnis zu verifizieren und zu dokumentieren. IRONCLAD erfasst pro Festplatte Seriennummer, Bediener, Datum und Uhrzeit, Feldstärke oder Verformungstiefe sowie ein Foto und erstellt Lösch- und Vernichtungszertifikate.

Welche Kombination passt zu Ihnen?

Die richtige Wahl hängt von Ihren Datenträgern, Ihren Mengen und der Norm ab, die Sie nachweisen müssen. Fordern Sie eine persönliche Beratung an oder direkt ein Angebot.